Neues zur Rächtschraibunk

Eigentlich wundert es mich ja nicht, dass sich ausgerechnet Bayern der Neuen Rechtschreibung ab 01. August entziehen will. Dass nun NRW ebenfalls vorerst Nein zur Reform sagt, hängt vermutlich auch mit der neuen schwarzen Regierung zusammen.
Es geht mir aber weniger um die politischen Farben, in denen die Bundesländer angestrichen sind, ich frage mich, ob dieser Ausbruch eine gute Entscheidung ist.
Es sieht mir eher wie ein naives Machtgebären aus und das zeugt von einem kindlichen Niveau, das noch unter Kindergartenspielchen fällt.

Vielleicht sollte man zukünftig die Rechtschreibung ganz abschaffen, das erspart Zeit und Geld.
Schreiben nach Hören, so wird das schon in der 1. Klasse gelernt. Nicht unbedingt für jedes Kind empfehlenswert, aber zumindest gäbe es keine Diskussion darüber, ob der Delphin ein Delfin ist, denn dann wäre er – nach meinem Gehör und meiner Aussprache – nämlich ein Dellfien.
Und wie möge das in Bayern aussehen? Oder in Leipzig, Berlin …?
Mir ist es unbegreiflich wie sich eine Regierung, in der die Arbeitslosenzahlen nach oben klettern, die Schulden mitziehen, Kinder auf der Straße leben und daneben ein Rolls Royce im Staub parkt, Opfer länger bestraft werden, als Täter … sich so lange über eine Reform streiten können, die sicherlich wichtig, aber doch nicht im Ansatz so viel Priorität besitzen sollte, wie andere Regierungspunkte.

Obwohl ich in NRW lebe, werde ich weiterhin versuchen die neue Rechtschreibung zu verwenden, wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass ich oft genug noch in die alte rutsche und manchmal tatsächlich nicht mehr weiß, ob z.B. die alte in diesem Satz klein geschrieben wird, weil es sich auf die Rechtschreibung bezieht oder groß, weil ein Artikel davor steht.
Vor der neuen Rechtschreibung hätte ich das gewusst, heute bin ich verwirrt – kurzweilig zumindest. Denn wenn ich Mails von Autorenkollegen oder Lektoren bekomme, wimmelt es da oft vor ähnlichen „Ich-bin-mir-nicht-mehr-sicher“-Fehlern oder Tippfehlern, die eben mal passieren können. Aber es beruhigt zu wissen, dass wir alle nicht fehlerlos sind.

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